A Was war/ist das social forum Tübingen (/Reutlingen)?

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Das „social forum Tübingen/Reutlingen“ wurde im Februar 2002 im Anschluss an das „Hearing Tübinger und Reutlinger Initiativen zu den lokalen Folgen der neoliberalen Globalisierung“ gegründet.

Das social forum Tübingen/Reutlingen war damit das erste lokale/regionale Sozialforum, das in Deutschland gegründet wurde. Es war inspiriert von den Weltsozialforen in Porto Alegre sowie den lokalen italienischen Sozialforen, die sich im Vorfeld der Proteste gegen den G8-Gipfel in Genua (Juli 2001) gegründet hatten.

Das social forum Tübingen/Reutlingen war die Plattform der globalisierungskritischen Gruppen und Initiativen in der Region Tübingen/Reutlingen. Im social forum vernetzten sich gewerkschaftliche Gruppen, Sozialinitiativen sowie Gruppen und Einzelpersonen aus der Friedens-, Ökologie-, Anti-Rassismus-, Frauen-, Internationalismus- sowie herrschaftskritischen Bewegung.

Da es in Tübingen bereits seit 1991 ein „Sozialforum“ gab, in dem sich Selbsthilfe- und HelferInnengruppen aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich zusammengeschlossen hatten, wurde als Name das Englische „social forum“ gewählt.

Das social forum verstand sich als Teil der weltweit wachsenden Bewegung gegen die neoliberale Form der Globalisierung und versuchte durch Kooperation und Austausch von Gruppen, konkret vor Ort Möglichkeiten für ein besseres Leben und eine gerechte Welt zu finden und zu erstreiten.

Das Plenum des social forum traf sich bis Sommer 2003 alle 4-6 Wochen. Die Teilnahme stand allen Initiativen, Gruppen und Einzelpersonen offen, die sich mit den Ideen des social forum verbunden fühlten, welche in den „Grundlagen der Zusammenarbeit im social forum“formuliert worden waren.

Ab Sommer 2003 fanden die Plenumstreffen unregelmäßiger statt, weiterhin gab es aber konkrete Vorbereitungstreffen für Veranstaltungen und Aktionen sowie Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen (Strukturgruppe, Homepage, SprecherInnen, GATS, Europäische Soziale Consulta, Gesundheit, Volxuni, Egeria-Solikreis, 1. Mai-Demos 2002 und 2003,…).

Ab Herbst 2004 nahm die Teilnahme der Gruppen und Initiativen und das Interesse an dieser Vernetzung so stark ab, dass zu keinen Plenumstreffen mehr eingeladen wurde.

In Reutlingen gründete sich im Oktober 2004 das Sozialforum Reutlingen.

In Tübingen fanden 2005 und 2006 jeweils ein Treffen statt, in dem die bisherige Zusammenarbeit und das Konzept des social forum reflektiert wurden.

Seitdem „schläft“ das social forum Tübingen, ohne aufgelöst worden zu sein – vielleicht bis die Zeit kommt, in der diese Vernetzung und ihr politischer Ansatz wieder gebraucht werden kann.

Größere Veranstaltungen und Aktionen des social forum Tübingen/Reutlingen

Februar 2002: „Hearing Tübinger und Reutlinger Initiativen zu den lokalen Folgen der neoliberalen Globalisierung“ und Gründung des social forum Tübingen/Reutlingen

Oktober 2002: Volxuni

Oktober 2003: Aktionstage gegen Sozialabbau

März 2004: Aktionstag

Mai-Juni 2004: Wanderleuchtturm-Aktionen

November-Dezember 2004: Termine gegen Sozialkahlschlag

Außerdem beteiligte sich das social forum seit 2002 mit einer eigenen Mobilisierung sowie einem Redebeitrag an den Tübinger Kundgebungen der Gewerkschaften zum 1. Mai. Der seitdem fest eingeplante Redebeitrag des social forum wird nun je nach Anlass politischen Initiativen zur Verfügung gestellt (z.B. der Mayday-Parade-Vorbereitungsgruppe 2007 und 2008).

Übersicht der Treffen und Aktivitäten

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