E Volxuni Herbst 2002

1. Volxuni des social forum Tübingen/Reutlingen, 11.-13.10.2002

aus dem Programmflyer:

„Volksuniversitäten hießen und heißen in Lateinamerika Bildungs- und Diskussionswochen(enden), die von sozialen Bewegungen und politischen AktivistInnen organisiert werden. Die Veranstaltungen zielten/zielen darauf, den Menschen, die vom Zugang zu politischer Bildung weitgehend ausgeschlossen sind, die Tür zur Teilhabe zu öffnen. Gleichzeitig ermöglichten sie eine Selbstverständigung und die Entwicklung eines kollektives Selbstbewusstsein der Aktiven in Zeiten gesellschaftlicher Erschütterungen.

Diese Vorstellung kam nicht erst 2002 via Tübingen in Deutschland an. Sie begleitet die internationalistische Linke auch in Deutschland seit mehr als 20 Jahren. Frigga und Wolfgang Fritz Haug, die mit uns, dem social forum Tübingen/Reutlingen, zusammen das Volxuni-Wochenende in Tübingen organisiert haben, waren 20 Jahre lang MitinitiatorInnen der Berliner Volksunis. Bei ihrem Umzug in die Nähe von Tübingen haben sie die Idee im Gepäck mitgebracht.

Mit dem x im Volk möchten wir signalisieren, daß wir uns mit unserer Veranstaltung nicht auf das deutsche „Volk“ beziehen, weder begrifflich noch konkret. Der Zungenschlag beim Wort „Volk“ ist in Deutschland ein ganz anderer als in Lateinamerika. Den Bezug auf die historischen Vorbilder möchten wir allerdings trotzdem deutlich machen. Das social forum Tübingen/Reutlingen – die Plattform der globalisierungskritischen Gruppen in der Region – lädt also ein zu einem politischen Bildungs- und Diskussionswochenende.

Im social forum vernetzen sich seit Frühjahr 2002 gewerkschaftliche Gruppen, Sozialinitiativen sowie Gruppen aus der Friedens-, Ökologie, Anti-Rassimus, Frauen- und Internationalismus-Bewegung. Willkommen sind aber natürlich nicht nur Aktive, die sich solchen Gruppen zugehörig fühlen, sondern alle Menschen gleich welcher Herkunft, Klasse, Geschlecht, Bildungsbiographie, die sich bewegen möchten, die dazulernen wollen, die den Hunger haben nach einem anderen Leben und nach einer gerechteren Welt.

Wenn dabei an theoretischer und praktischer Selbstverständigung interessierte Menschen, die mit der Universität nichts oder nichts mehr zu tun haben, zusammenkommen mit Studierenden und Universitätsangehörigen, die den „Elfenbeinturm“ verlassen und fern akademischer Rituale weiterdenken und praktisch eingreifen möchten, dann hat die Veranstaltung einen ihrer Zwecke erfüllt.

Davon ausgehend haben wir uns bemüht, eine Mischung aus Veranstaltungen mit verschiedenen Abstraktionsniveaus und mit unterschiedlichen Darbietungsweisen zu finden. Die Auswahl der Themen ergab sich aus ihrer Wichtigkeit für die Aktiven in der Region (Stichwort Selbstverständigung) und aus Überlegungen, was für die globalisierungskritische Bewegung insgesamt von Belang wäre.

Vier Themenblöcke stehen nebeneinander: Gesundheit, Bildung, Arbeit und Denkrichtungen. In vielen Veranstaltungen kommen Impulse von in der konkreten Praxis (vor Ort) Tätigen und von wissenschaftlich/theoretisch zu den Themen Arbeitenden zusammen. Natürlich gibt es in allen Arbeitsgruppen/ Workshops Raum für Diskussion. Neben Arbeitsgruppen und Workshops gibt es auch Filme, Lesungen und Performances. Ohne bedeutungsschwangere Beiträge kommt dagegen die Party am Samstag Abend aus. Motto: „Aufstehn – und tanzen.“ Trotz all unserer Bemühungen werdet ihr vieles, was auch sehr interessant und wichtig ist, nicht im Programm finden. Habt Geduld, dies ist erst der Anfang, alles kann noch viel besser werden. Vielleicht könnt ihr selbst das, was ihr vermißt habt, in Zukunft einbringen. Es muß ja nicht die letzte Volxuni gewesen sein.“

Material:

-> Volxuni Tübingen http://de.indymedia.org//2002/07/26779.shtml

-> Programm-Flyer Volxuni (programm-1-volxuni-tubingen-oktober-2002)

-> Plakat und Flyer

-> Schwäbisches Tagblatt, 08.10.2002: Bewegung gegen das Unwohlsein. Das Social Forum startet am Freitag die erste Volx-Uni zur Globalisierung

-> Schwäbisches Tagblatt, 14.10.2002: Auf Kurssuche. Am Sonntag ging erste Tübinger Volx-Uni zu Ende

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